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Mensabau in Rieste verzögert sich

Samtgemeinde-Haushalt noch nicht genehmigt – Ganztagsbetrieb startet später


Der Bauantrag liegt vor und ist genehmigt, nur bei der Auftragsvergabe für die Mensa an der Johannesschule in Rieste hakt es: Weil der Haushalt der Samtgemeinde (SG) Bersenbrück mit einem Defizit von mehr als 300 000 Euro noch nicht vom Landkreis Osnabrück genehmigt ist, habe die Auftragsvergabe um vier Wochen verschoben werden müssen, erklärte SG-Bürgermeister Dr. Horst Baier in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Samtgemeindeausschuss habe seine Bedenken geäußert, die Aufträge schon ohne genehmigten Haushalt zu vergeben. Deshalb sei die Zuschlagsfrist nun um vier Wochen bis zum 6. Juli verlängert worden, sagte Baier.

Der Landkreis handhabe die Haushaltsgenehmigung anders als in den Vorjahren und habe auf Veranlassung des niedersächsischen Innenministeriums seine Genehmigungspraxis verschärft. Deshalb dauere das Verfahren länger als erwartet. Die SG habe sich hingegen „auf das Verfahren der letzten Jahre verlassen“ und auf eine schnelle Genehmigung gehofft, sagte Baier.

Die geänderte Praxis ist für den SG-Bürgermeister „rechtlich verständlich“, bringe die Samtgemeinde beim Mensabau aber in eine schwierige Situation. Da die Haushaltszahlen „relativ gut“ seien, ist Baier „guter Hoffnung, dass der Landkreis relativ kurzfristig bis zum 6. Juli eine Genehmigung erteilt und wir mit einem Monat Zeitverzug starten können“. Beim Landkreis ist der Haushalt, den der Samtgemeinderat am 22. März verabschiedet hat, zurzeit noch in der Prüfung, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Eine abschließende Auskunft sei noch nicht möglich.

Mit der Genehmigung allein ist es allerdings noch nicht getan: SG-Bürgermeister Baier weiß, dass die Baubranche zurzeit „relativ gut ausgebucht“ ist und nicht nur auf den Auftrag in Rieste wartet. Ob es deshalb zu einer weiteren Verzögerung jenseits der vier Wochen kommen könnte, „wissen wir noch nicht“, sagte er. Sicher ist: „Es wird gebaut, auch wenn es sich verzögert.“

Dass es bei Eltern und Lehrern ein Unwohlsein gibt, kann Baier verstehen, denn durch den verspäteten Mensabau verzögert sich auch der Beginn des Ganztagsbetriebes an der Grundschule. Auf einen Start zum kommenden Schuljahr hätten „viele Eltern vertraut“, sagte Baier. „Die Eltern haben sich auch beruflich darauf eingestellt und sind sehr enttäuscht“, fasst Schulleiterin Elisabeth Maaß die Stimmung in der Elternschaft zusammen. Im Übrigen werden nicht nur die Abläufe an der Johannesschule beeinträchtigt: Der Kindergarten will das neue, 90 Quadratmeter große Gebäude ebenfalls nutzen.

Maaß bezeichnet die Verzögerung auch für ihre Kollegen als „sehr bedauerlich“. Für die Ganztagsplanungen und im Vorfeld der Bauarbeiten sei „eine Menge Arbeit geleistet“ worden, sagte sie.

Das bestätigt Riestes Bürgermeister Sebastian Hüdepohl: „Das Kollegium hat sich viele Gedanken gemacht“, sagte er. Für Lehrer und Eltern sei es „nicht schön, dass sich das jetzt verschiebt“. Auch wenn die Samtgemeinde Schulträger ist und die Gemeinde mit dem Bau „so gut wie nichts zu tun“ habe, „vertraue ich trotz der Verzögerung auf ein positives Ergebnis“, sagte Hüdepohl. Wenn es gelinge, die Abbruch- und Rohbauarbeiten in den Sommerferien zu erledigen, könnten Mensa und Ganztagsbetrieb „vielleicht im Februar an den Start gehen“, hofft der Bürgermeister.

Mensabau in Rieste verzögert sich


Im Wartestand: Die Pläne für die Mensa in Rieste können noch nicht umgesetzt werden. Grafik: Architekturbüro Hüdepohl und Ferner
 

Samtgemeinde Bersenbrück
erstellt am 06.06.2012

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